Eintagsfliegenakrobatik
Grit Ruhland



Geräusch Chor - BLOG


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März 2011:

www.geraeuschchor.wordpress.com



Finale des Geräusch Chor


Samstag, den 30. Oktober 2010:

  • 11:30 Uhr U-Bhf. Hallesches Tor,
    Halle am Übergang von U6 zu U1
  • 12:15 Uhr U-Bhf. Kottbusser Tor,
    Treppenabsatz am Aufgang von U8 zur U1
  • 13:00 Uhr U-Bhf. Alexanderplatz,
    Treppenabsatz am Aufgang von U5 zur U8 (Treppe 12)
  • 14:00 Uhr U-Bhf. Stadtmitte,
    Tunnelübergang von U2 zur U6
  • 14:45 Uhr U-Bhf. Wittenbergplatz,
    Vorhalle
  • 15:30 Uhr U-Bhf. Hallesches Tor,
    Mehringplatz (U6 Ausgang Richtung Friedrichstraße)


Freitag, 29.10., Zu Gast bei Deutschlandfunk




Ulrike Sowodniok & Grit Ruhland zu Gast in der Sendung Corso

Sendezeit: 29.10.2010 15:39
Autor: Hahn, Achim
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Corso
Länge: 09:31 Minuten



Samstag, 23.10., Teil 6: Rohbau


Wir hatten am Freitag (Tag vorher) ein Orga-Treffen in den Räumen der NGBK um mit den Choristinnen und Choristen, die es interessiert, den Ablauf und die Beispiele für die einzelnen Module zu besprechen und eben auch zu bestimmen. Einen Plan zu schmieden, der genügend Sicherheit und Freiheit gleichzeitig läßt. Der nicht einengt und niemanden fallen lässt. Unten war zeitgleich Ausstellungseröffnung - nicht leicht, sich rechtzeitig zu treffen und zurecht zu finden und einen Plan zu machen. Konsens bestand darin, sich nicht extra zu "verkleiden", auch keine bestimmten Farbabsprachen zu treffen - sich "ganz normal" anzuziehen. Außerdem, dass wir eine Art "rollover"-Prinzip nutzen, dessen Muster immer gleich, regelmäßig von Station zu Station fortschreitet, immer anders klingt, immer neue Sounds generiert. Ich habe das Video eines Starschwarm gezeigt, dass mir so etwas ähnliches für unseren Chor vorschwebt.

Die Reihenfolge (welches Element folgt welchem) bestimmten wir am eigentlichen Probensamstag, nachdem wir explizit ein paar Module vorher performt haben. Ich darunter das Modul "Stille", "Chorische Mehrstimmigkeit" - "Open Space" am Wittenbergplatz mittels Tonaufnahme und etliches mehr.

PDF Download: Erklärung der Module
PDF Download: Turnus Plan

Wir hatten viel vor, an diesem Tag, zu viel um den geplanten Probelauf am Alex wirklich wahrnehmen zu können. Schließlich hatten noch eine andere Verabredung - für das Viadukt Klosterstrasse - mitten zwischen den Bahnen. Joachim Gorell kommunikationsverantwortlich in der BVG, treuer Helfer und Sympathisant des U10-Projektes, hatte mir schon bei einem der ersten Treffen von dieser Stelle erzählt. Die Strecke führt um die Kurve und man könne besonders den Fahrstil des Fahrers hören, hatte er mir damals erzählt. Die ersten Tonaufnahmen von diesem Ort waren für sich schon spannend genug - schon ohne Chor! Ich war also neugierig, was wir aus diesem Ort machen könnten.

Joachim Gorell und Wolfgang Kröhl erwarten uns mit Taschenlampen und ihren Warnwesten. Durch eine kleine Tür am Bahnsteig gelangt man über Treppen nach unten. Eine eigene Welt. Wir bekamen eine kleine Führung, in der die Choristen viele Fragen hatten.

Schlussendlich absolvierten wir mitten zwischen den tosenden Bahnen den ersten vollständigen 20minütigen Durchlauf in frisch geformter Struktur. Stimmung war gut! Wir kreischten, zischten, pfiffen. Schönes Tonmaterial - nicht zuletzt für das Interview im Deutschlandfunk, bei dem wir zu CORSO am Freitag vor dem Finale eingeladen sind. Brrrrr.


download (320kbs/mp3)


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Samstag, 2.10., Teil 5: Raum und Sprache


Ulrike ist wieder gesund - glücklicher Weise. Es sind wieder ca. 10 Leute da, andere als letztes Mal, aber nur ein neues Gesicht - eine Komponistin, die sich interessiert, was wir machen. Antje zeichnet fleißig. Wir proben, versuchen den Raum, die Architektur, für uns zu nutzen, sich dicht an die Wand zu stellen und den Schall so transportieren und verstärken zu lassen. Diese Übung haben wir auch als Konsequenz gestartet, dass bei der letzten Probe das Problem auftrat, nicht "laut" genug zu sein. Es war gab eine sehr anregende Diskussion daraufhin, über Präsenz und Lautstärke, darüber, dass man nicht lauter singen "muss" - sondern eben nur geschickter und aufmerksamer, die Physik für sich nutzen, wie Ulrike es nennt. Außerdem wieder etliche Übungen im Proberaum mit der Technik des Spiegelns der Geräusche der anderen Choristen.

Die Fragen nach der Gestalt des Finales brechen zwischendurch immer durch. Allgemeine Unruhe angesichts der schrumpfenden Anzahl der Termine und des nahenden Finales breitet sich aus. Dabei mache ich mir eigentlich keine Sorgen, dass wir es nicht schaffen und Ulrike auch nicht wirklich.

Im Anschluß der Mittagspause (mit Nudelsuppe) haben wir noch einen angekündigten "Gast" den wir draußen auf dem Mehringplatz treffen - einen Pressefotografen. Er findet unser Projekt schwierig zu visualiseren. Wir gehen in die U-Bahn und posen eine ganze Weile für ihn. Nicht optimal, wie ich hinterher finde, es dauert zu lang, ist damit anstrengend, unkonzentriert und ohne dass ich die Bilder gesehen habe, fürchte ich, dass nicht das gezeigt wird, was das Projekt für mich bedeutet. Hinterher ist man immer schlauer und Antje, unsere Dokumentarin die uns jede Probe etwas begleitet ist besser passend zur bildhaften, weil zeichnerischen Begleitung, da bin ich mir sicher!

Es bleibt nicht mehr viel Zeit für einen Abschluss im Proberaum. Wir wandeln Worte in Geräusche. Nach meinem Vorschlag mit Anias Modifikation wandeln wir Alt-Tegel zu a-a---a-l-tt-g-l usw. Wir flüstern, reduzieren und rhythmisieren.





Samstag, 25.9. Teil 4: Improvisation der Improvisierenden


Umwerfende Nachricht kurz vor der Probe: Ulrike hat Grippe! Wir improvisieren an diesem Tag also nicht nur U-Bahn-Sounds sondern auch unser Programm ... .

Nach kurzer Diskussion mit Eva im Auto, entsteht die Idee, sich alle Stationen live anzuschauen. Warum nicht?! Wir sind um halb zehn Uhr da, weil es eine Zeitkonfusion gegeben hat, so wurde einmal 10 Uhr als Anfangszeit angeben und einmal 11 Uhr ... . Ania ist glücklicherweise die einzige, die um 10 Uhr kommt. So haben wir noch Zeit zum besprechen.

Um 11 Uhr trudeln die anderen ein. Wir haben heute wieder zwei Gäste - aus Dresden. Wie so oft holen wir die Stühle aus dem Vorraum in den Proberaum - starten eine Diskussion, die ich moderiere. Es geht viel bereits um das Finale - wie es aussehen soll, was wir machen wollen, was wir können, was wir nicht können - viele Zweifel auch. Allgemein als gut befunden wird der Vorschlag alle Stationen gemeinsam zu besuchen. Allerdings nicht ohne wenigstens ein paar Übungen gemacht zu haben- um sich wenigstens etwas auf die U-Bahn einzustimmen.

Wir verbringen anschließend 2 1/2 Stunden unsre Route zu "besichtigen". Ein Wort zu den Stationen: Ania, Eva, Ulrike und ich haben sie ausgesucht. Es gab nicht allzu viel Spielraum, da aus Sicherheitsgründen nur bestimmte Bereiche zur "Bespielung" durch unseren Chor voraussichtlich genehmigt werden. Die Grundvorschläge kamen von Ania und Eva. Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, würde ich die Stationen zur Entscheidung mit vorher mit allen vom Chor besprechen.

Ich habe festgestellt (und etliche Choristinnen und Choristen ebenfalls) dass knapp drei Stunden U-Bahn ohne Pause schon eine ziemliche Herausforderung sind - in Sachen Geräuschpegel, Luftqualität und Aufmerksamkeitslevel, vermute ich.

Anschließend gab es Linsensuppe und eine intensive Diskussion, erneut um die Abschlussperformance. Ich merke, dass es viele offene Fragen gibt, Dich noch nicht wirklich beantworten kann, über die ich nachdenken muss und die Klärung finden, bzw. eine Strategie. Denn heute wird die (für mich unerwartete) Forderung nach einem "Gerüst", nach Formung, laut. Ich überlege, wie ich den Gestaltungsprozess zurück in die Gruppe geben kann, ohne dass es eine Überforderung ist.





Samstag, 11.9. Teil 3 : Sprache, Fläche und Echo


Wir hatten heute eine kurze Probe - die schon 10 Uhr begann und mal ohne Essenspause, schon am Mittag endete.

Wir sind nach wie vor im Stadium der Vertiefung der An- und Abfahrgeräusche. Ein wichtiges Trainingselement ist die Spiegelung - also wiederholen der gehörten Geräusche von einer Person zur nächsten. Ulrike u.a. eine Übung angeleitet, in der der Körper miteinbezogen wird. Alle stehen in einer Reihe und wiederholen das Geräusch der nebenstehenden Person. Klicken eignet sich dafür besonders gut. Neben diesem "Schaltergeräusch" wie es Ulrike bezeichnet, haben wir uns mit einem Gurgelndem Kompressorgeräusch beschäftigt, dem Glissandi in unterschiedlichen Tonhöhen der Bahn und einen impulsartig abbrechendem Mix aus Rauschen und Zischen. Wir erweitern unser Repertoire schrittweise.

Die Abschlußsequenz war wieder Mal auf dem Mehringplatz, die wir in unterschiedlichen Formationen mit o.g. Geräuschen aufgeführt haben.





Samstag, 4.9. Teil 2: An- und Abfahrt


Es waren mehr und neue Leute da! Insgesamt waren wir um die 13 Personen. Der Männeranteil hatte sich signifikant erhöht. Nach einem Warm-up mit Bewegungsstudien (sich vorstellen, man muss die U-Bahn noch erwischen) haben wir diese mit stimmlicher Entschleunigung verbunden. Anschließend haben wir uns in zwei Gruppen geteilt, sind in die U-Bahn gegangen um sich zum einen (wie versprochen) dem An- und Abfahren, zum anderen dem Türenschließen zu widmen. Ulrike hat beide Gruppen betreut. Ich war in der An-und Abfahrgruppe. Eva und Ania in der Türenschließgruppe. Wir sind nach dem Vor-Ort-Hören wieder zurück in den Proberaum und haben unter etlichen Diskussionen mit viel Spass die verabredeten Vorgänge versucht nachzubilden. Merkwürdig war es einen verbundenen Vorgang zu trennen und alle waren gespannt, wie es klingen würde, wenn alles dann ordnungsgemäß zusammengeführt wird.

Was nach der Mittagspause geschehen ist. Es gab Kürbissuppe - aber leider zu wenig diesmal! Eva und Antje (unsere neu hinzugekommene Dokumentationszeichnerin) haben sich sogar einen Teller teilen müssen.

Das Zusammensetzen hat erstaunlich gut funktioniert, fand ich. Es gab ein paar Diskussionen um die Versprachlichung von Geräuschen. Wir sind mit unsrem Improvisationsset, weil so schönes Wetter war, auf den Mehringplatz gegangen und haben ganz am Anfang der Friedrichstrasse zwei, dreimal das An- und Abfahren der U-Bahn mit Türenschließen interpretiert. Leute haben interssiert und irritiert geschaut.

Chor-Improvisation am Mehringplatz



Download als mp3



Samstag, 28.8.- Chor-Start!


Die erste von sieben Proben ... . Unser Basislager ist die Friedrichstr. 4 in Berlin-Kreuzberg  - zum Besprechen, Beraten und um Warm-ups zum Hören zu machen. Ulrike hatte das Gebiet schon beim ersten Hörspaziergang vorgeschlagen; auf Grund der reichhaltigen akustischen Facetten dieses U-Bahnhofes (Hallesches Tor) in Abwechslung mit dem Stadtraum und seiner urbanen Wirkung. Auf der Suche nach einem Raum habe ich mich an das dort ansässige Quartiersmanagement am Mehringsplatz gewandt, die uns sehr engagiert an die Gewobag vermittelt haben, welche uns nun o.g. Raum zur Verfügung stellt.

Mit Eva hatte ich abgesprochen, dass es auch was zu Essen und zu Trinken gibt. Eva hatte sich um die Getränke und Snacks gekümmert und ich mich um die Hauptmahlzeit (Couscoussalat). Es war alles erst halbfertig, als die ersten Teilnehmer eintrafen. Zumal Silja auch etwas eher kam und Ulrike und ich sie von der U6 abgeholt haben. Zum allerersten Treffen fanden sich 11 Leute ein. Zehn Probeinteressierte und eine Journalistin von D-Radio Wissen, die auch die ganze Probe geblieben ist und alle Übungen absolviert hat. Wow! Wir haben viele Hörübungen gemacht, fast mehr, als wir tatsächlich in der U-Bahn waren. Das fanden Ulrike und ich aber wichtig, um für das Neue im Bekannten zu sensiblisieren. Eine Übung war das Aufstehen ohne Geräusch, eine andere mit Stimmgeräuschen (ohne Worte) jemanden durch den Raum zu navigieren. Erst später bin ich mit zwei Gruppen schweigend in die U-Bahn gegangen, während Ulrike mit der jeweils anderen Gruppe Stimmübungen mit Konsonanten gemacht hat. Meine Gruppe hat sehr viel in die eigens hergestellten Bücher geschrieben - alles was ihnen auffällt, war die "Aufgabe".

Nach der Mittagspause mit viel zu viel Couscoussalat haben wir alle gefundenen Stücke neu zusammengesetzt auf der Grundlage eines rhythmischen Patterns, welches man mit einem Schritt vor zurück hinten vor erzeugen sollte. Jeder konnte ein Geräusch einbringen, was ihm/ihr gerade einfiel. Was dabei heraus kam kann man im Beitrag auf d-radio wissen hören, allerdings ist es wichtig festzustellen, dass es eben nur ein Schritt auf einem ganzen Weg ist  ... :

Radiobeitrag bei DRadio Wissen



www.wissen.dradio.de/index.40.de.html?dram:article_id=5192




Hier außerdem ein paar Aufnahmen nur von den Zügen. Keine berauschende Tonqualität, eher eine Gedankenstütze und Übungsmaterial.

an-abfahrt U6 nr1:




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an-abfahrt U6 nr2:




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an-abfahrt U6 nr3:




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Im Rahmen von U10 - von hier aus ins Imaginäre und wieder zurück.
Ein Kunstprojekt der NGBK Berlin.
www.U10-Berlin.de, www.ngbk.de

AG - U10:
Sofia Bempeza
Ania Corcilius
Jacopo Gallico
Eva Hertzsch
Adam Page

Stimmbildung, Chorbetreuung, Konzeption:
Ulrike Sowodniok

Idee, Organisation, Konzeption:
Grit Ruhland